Darf ich eigentlich dem FCB die Daumen drücken, Frage ich mich vor dem heutigen Championsleaguespiel.
Der Theologe in mir zuckt. Eine Frage, die Stellungnahme verlangt. Was tun? Erstmal Zeit gewinnen. “Das muss man differenziert sehen “. Der Satz ist immer gut. Antworten doch alle.
Mein innerer Seelsorger schaltet sich ein. “Warum fragt ich mich eindeutige Fragen , wo doch der Theologe die Antwort als solche scheut.?”
“Was bildet sich der Seelsorgerangeber eigentlich wieder auf sein Psychologiehalbwissen ein , fragt der Theologe zurück. So ein Quatsch: es zählen nur die richtigen Fragen…. “
“Hörst du da dein Über-Ich?”, kontert der Seelsorger gewohnt souverän.
“Lach ich nicht mal drüber, an Freud glaube ich nämlich nicht. ” Das sitzt. Seelsorger übt sich in Sarkasmus: “Hat dein Vater auch immer gesagt, bevor du ihn erdolcht hast. “
Ich koche einen Grüntee. Wenn die zwei sich streiten, kann das dauern. Und außerdem will ich meinen Magen nicht verärgern. Ist schon so genug los.
Bei so einem Kaffeederivat kann man ja herrlich über die wichtigen Fragen sinnieren. Also: Soll Bayern heute gewinnen?
“Wenn dein Ego Krücken braucht, dann werd’ doch Bayernfan” nervt der Seelsorger. Mensch ich bereue die paar Jungs und die er exerpiert hat.
Sicher schlägt das Herz heute im Dreiviertel Plattlertakt. Warum sollte man denn Turin dem Deutschen Verein vorziehen. National? Ach was seit der letzten WM erlaubt. Schizophren? Gut, ich sag mal, in der Liga hasst man ja das erfolgreiche Rumgekicke der Münchner so sehr, dass man ihnen Trainer wie Klinsmann und Van Gaal gönnt, international sollen sie die Italiener aber ruhig weghauen. Aber zur Schizophrenie neige ich ja offensichtlich eh (Schnauze Seelsorger) also auch o. K.
Außerdem verbinden sich mit den internationalen Roten zwei Schlüsselerlebnisse, die die Daumen fester drücken lassen. Erstens: Die Mutter aller Niederlagen. Ich durfte mir das Spiel in einer tanzanischen Kneipe mit Stromschankungen und miserablen Flaschenbier dazu anglophilen Afrikanern anzuschauen. Neben mir mein Freund Klavu, Manufan par exellance, mit dem eine Wette um den Deckel lief. Zum Glück redet er nicht viel, einerseits Finne andererseits weil er eine gefühlte Tonne an Spacecakes essen musste, hauptsächlich aber wegen Baslers 1:0 Der An den Moment als der sympathische Finne reiflich verzögert realisierte, dass das da eben keine Wiederholung sondern dass entscheidende 1:2 war, er in Humoresken Swahili die ewig englisch-finnisch-tanzanische Freundschaft proklamierte, alle umarmte und Freibier für alle bestellte (Wettverlierer zahlt den Deckel), erinnert eine kleine Plakatte am Tresen. Jakob ist nach spontaner Kotzorgie auf dem Teppich eingeschlafen. Arbeite an Strategie ihn ins Bett zu kriegen, warte auf Hilfe, halte Wache und daddle zum Zeitvertreib.
Zweiter Grund. Wieder Endspiel, wieder Bayern, wieder Kneipe. Nur diesmal gegen Valencia und in Mainz (Partnerstadt von? Natürlich Valencia). Zwei Salonlinke regen sich permanent spanische Lebensart bewundernd über die schlechtgelaunten Deutschen auf. Nörgeln am öden Bayernspiel herum, obwohl die Spanier noch grottiger kicken. Und geißeln München als Geldsäcke, wobei der. Kader Valencias gut gerne das Doppelte gekostet hat. Das alles ist ungefähr so gut, wie die Brankenkrise und den Ymoralverfall der Wirtschaft schlecht zu finden und dann FDP zu wählen.
Und weil solches Verhalten (Runden schmeißen auf meine Kosten und Guido zum Außenmi ister zu machen) abzulehnen ist, bin ich heute für Bayern, Stern des Süüüdeeens, Forever Nr. One.


